2er On Fire

Ankommen. Wagnis.

Ich stolpere umher in der künstlich, angelegten Betonlandschaft, weiche ein paar Mal hektisch aus, als ich das laute Kratzen der Rollen hinter mir wahrnehme. Zucke vom Klackern der Decks zusammen, verspüre Unsicherheit ob ich hier hingehöre, setze zögerlich einen Schritt nach dem Anderen, vermeide tunlichst aufzufallen, versuche unterzutauchen in der Diversität der Menschen und beobachte aufmerksam.

Das Licht verändert sich stetig, mit ihm die Klänge der Musik. Die Energie hebt sich und ich fühle die Ausgelassenheit. Ich nehme die Risikobereitschaft jedes Einzelnen hier wahr, kalkuliere selber mein Risiko, akzeptiere mich, finde langsam meinen Platz und lasse mich darauf ein. Irgendwann schein ich angekommen zu sein. Angekommen um anzunehmen und gebe mich voll und ganz hin.

Ich zücke die Kamera und verliere mich in dem Einfangen der Motive, die mir von den Teilnehmern geboten werden. Ein Trick folgt dem Anderen und geht in den Jubelrufen des Publikums unter. Die Ansagen durch das Mikrofon motivieren die Fahrer, hallen hinaus in die Masse. Ich lasse mich mitreißen.

Mit verrückten Maskeraden und doch in der Einfachheit ihrer Selbst, bewegen sie ihre Boards auf dem Asphalt. Balancieren sie spielerisch über alle Hindernisse die sich ihnen in den Weg stellen. Scheitern, fallen hin und stehen auf. Einfach weitermachen. Ich bin beeindruckt von der Kontinuität und ihrem Durchhaltevermögen, immer und immer wieder die Abläufe zu wiederholen. Immer wieder auf Anfang. Manchmal mühselig, fast frustrierend, bis es passt. Bis es stimmig ist und sie ihre Lines fast schon fliegen.

Auch sie müssen wagen um anzukommen.

FOTOS & TEXT | Jill Fengler
VIDEO | Stephan Chamier
MUSIC | No Waves